Emotionelle Erste Hilfe (EEH)

In den ersten Wochen und Monaten mit einem Baby kann es zu Situationen kommen, in denen sich Eltern oft hilflos, ohnmächtig und überfordert fühlen. Das Baby schreit stundenlang, es ist unruhig und lässt sich durch Angebote wie Tragen, Schaukeln, Stillen nur kurzfristig oder gar nicht beruhigen. Durch die wachsende  Anspannung der Eltern entsteht eine Spirale innerer Verunsicherung, wachsender Hilflosigkeit und Erschöpfung, in der die Eltern oft die Signale des Babys nicht mehr verstehen. Auch das Stillen kann von Anfang an oder auch plötzlich sehr angespannt und belastend sein, so dass manchmal keine satte und wohlige Verbindung entsteht. Durch Zunahme der Körperanspannung und dem Gefühl der Überforderung und Selbstzweifel verlieren die Eltern  den Draht zu sich selbst und damit auch den intuitiven Zugang zu ihrem Kind.

EEH – Was ist das?

Der zentrale Gedanke der Emotionellen Ersten Hilfe (EEH) ist die Unterstützung und Bewahrung der emotionalen Bindung zwischen Eltern und Kind von Beginn an. Dabei geht die EEH davon aus, dass der feinfühlige und liebevolle Dialog der Eltern mit ihren Babys nur auf der Basis eines entspannten Körpers gelingt.
Deshalb werden in der EEH neben der Gesprächsbegleitung unterschiedliche Elemente aus dem Feld der Körpertherapie wie u.a. bindungsfördernden Körperberührungen, Übungen zur Körperwahrnehmung sowie entspannungsfördernde Atemtechniken eingesetzt. Die Eltern lernen, anhand der Signale ihres eigenen Körpers ihre Gefühle besser zu verstehen und können so in einen entspannteren Zustand der Offenheit und Bindungsbereitschaft zurückkehren. Sie finden in ihrem Körper für die verschiedenen Situationen des Alltags erneut Halt und Sicherheit, welche sie dann an ihr Baby weitergeben können.

Wo ist die EEH hilfreich?

  • zur Unterstützung von erschöpften und hilflosen Eltern und untröstlich weinenden Babys
  • zur Unterstützung der physiologischen Schlafregulation bei Säuglingen und Kleinkindern
  • zur Unterstützung bei Stillschwierigkeiten
  • zur Entwicklungsbegleitung von Eltern und Babys bei emotionalen Krisen im Säuglings- und Kleinkindalter (z.B. Schlaf- und Stillproblemen, Trotzphasen)
  • zur Begleitung während oder nach längeren Krankenhausaufenthalten (z.B. nach Frühgeburt oder Erkrankung des Babys)
  • zur Begleitung in der Schwangerschaft bei ambivalenten Gefühlen, Ängsten oder größerer Belastungssituation (z.B. nach künstlicher Befruchtung, bei erkranktem Kind)
  • zur Verarbeitung von belastenden Erfahrungen rund um Schwangerschaft und Geburt (z.B. Fehlgeburt, überwältigendes Geburtserleben, Kaiserschnitt)
  • bei unerfülltem Kinderwunsch